In der Halbinsel Yucatan, speziell im südlichen Teil, haben sich die Bedingungen für den Anbau und die Produktion von Cannabis als besonders günstig erwiesen. Dies führte dazu, dass ab Ende 2022 oder 2023, nach Erhalt der entsprechenden Genehmigungen durch die Bundeskommission für den Schutz vor gesundheitlichen Risiken (Cofepris), mit dem Cannabisanbau begonnen werden sollte. Es existieren bereits sieben Marken für homöopathische und kosmetische Produkte auf Cannabisbasis, die auf dem lokalen Markt vertrieben werden, mit Plänen zur Erweiterung des Produktangebots um Shampoos und Seifen. Der Anbau von Cannabis wird als eine Möglichkeit gesehen, die lokale Wirtschaft zu stärken und Produkten aus der Region zu mehr Bekanntheit zu verhelfen.
Darüber hinaus gab es in Yucatán Aufrufe zur Entkriminalisierung von Cannabis. Aktivisten fordern eine Gesetzesänderung, um den Besitz und Konsum von Cannabis zu entkriminalisieren, insbesondere nachdem das oberste Gericht Mexikos bereits geurteilt hatte, dass das Verbot von Cannabis verfassungswidrig sei. Sie betonen die Wichtigkeit der Gleichbehandlung von Cannabiskonsumenten mit Tabakrauchern und die Notwendigkeit, einen geregelten Rahmen für Produktion, Vertrieb und Konsum von Cannabis zu schaffen.
Die mexikanische Rechtsprechung hat einen bedeutenden Schritt zur Liberalisierung von Cannabis unternommen, indem das oberste Gericht eine Regelung aufhob, die den Besitz von Cannabis auf fünf Gramm beschränkte. Seitdem gilt der Besitz von Cannabis zu Freizeitzwecken in Mexiko technisch nicht mehr als illegal. Diese Entwicklung wird als weiterer Schritt auf dem Weg zur vollständigen Legalisierung von Cannabis in Mexiko angesehen, obwohl der Gesetzgebungsprozess zur Unterstützung dieser Veränderung langsam voranschreitet.